Leipzigs Musikviertel verändert sich

Noch stehen hier Sozialwohnungen und Luxusimmobilien nebeneinander. Noch sichern die 1.255 Bestandsmieten des kommunalen Wohnungsunternehmens LWB die soziale Balance des Quartiers. Doch dieses Gleichgewicht ist in Gefahr. Schon heute leben im Musikviertel deutlich zu wenig junge Menschen.

Der Stadtteil liegt zentral und grenzt direkt an den Park. Das sorgte in den vergangenen Jahren für einen Bauboom und ließ die Bodenpreise in die Höhe schnellen. Für junge Familien, Studierende und Singles mit knappen Einkommen sind die Wohnungen hier bereits zu teuer. Und selbst wer das Einkommen hat, findet im Musikviertel immer seltener Wohnungen in der benötigten Größe: denn die steigenden Mieten sorgen auch dafür, dass Mieter:innen bei weniger Raumbedarf keine kleinere Wohnungen mehr suchen, weil diese teurer wären.

Auch hier im Musikviertel steht ein Generationswechsel an. Wie wird er sich gestalten? Wer wird ihn gestalten? Wen adressieren die hier neu entstehenden Eigentumswohnungen von bis zu 620.000 Euro? Und: wen die Neuvermietungspreise des kommunalen Wohnungsunternehmens LWB?

Die Bestandsmieten des städtisches Tochterunternehmens sind bislang sozialverträglich. Doch die LWB hebt sie inzwischen systematisch an. Mit weitreichenden Konsequenzen für den Stadtteil. Um dafür öffentlich zu sensibilisieren, haben wir Mieter:innen uns in den letzten Monaten vernetzt, einen Offenen Brief geschrieben und die Nachbarschaftsinitiative Musikviertel gegründet.

Mieten stoppen, Vielfalt erhalten – Musikviertel gemeinsam gestalten

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